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Erklärung zur Schiffbarkeit des Kurses 1 PDF Drucken E-Mail

Ein für die Motorschifffahrt ausgebaggerter und freigegebener Floßgraben kommt einer Autobahn gleich, von der aus man die Tiere nur noch kurz im vorbeitfahren sieht!

Das momentan bei der Landesdirektion Leipzig laufende Verfahren zur Schiffbarmachung Kurses 1 zwischen dem Stadthafen Leipzig und dem Cospudener See wirft für die Leipziger Wassersportler und Naturfreunde gleichermaßen Probleme auf.

Wir sind gegen eine Erklärung der Schiffbarkeit des Kurses 1, da ein Großteil unserer Trainingsstrecke auf diesem Kurs liegt. Mit der Erklärung der Schiffbarkeit ginge eine starke Gefährdung unseres Trainingsbetriebs einher. Sicherheit und Ordnung könnten dann durch die für den Fluss viel zu hohe Bootsdichte nicht mehr gewährleistet werden.

Die Umwelt leidet bereits unter den mit der Schiffbarmachung zusammenhängenden Arbeiten. Der Markkleeberger Floßgraben wird momentan ohne Rücksicht auf die dort lebenden, zum Teil bedrohten Arten, umfangreicht ausgebaggert.

Links zum Thema:

Ökolöwe Umweltbund Leipzig

LIZ

Unterschriftenliste gegen die Zerstörung des Floßgrabens: hier

 

Artikel aus der Leipziger Volkszeitung zum Thema

Unterschriften gegen Schiffbarkeit

Bürgerinititaive "Schutz Cospudener See" übergibt Petition an Landesdirektion

Markkleeberg. Das Thema Schiffbarkeit erhitzt die Gemüter. Zu den Gegnern des von der Landesdirektion betriebenen Verfahrens zählt die Bürgerinititaive "Schutz Cospudener See" (BI). Am Montagabend trafen sich deren Aktivisten im Zöbigker Hafen. Zu Gast war Heiko Rosenthal, Bürgermeister für Umwelt, Ordnung und Sport in Leipzig (Linke) sowie Sprecher des Grünen Rings.
"In den letzten 14 Tagen haben über 1240 Menschen unsere Petition gegen die Schiffbarmachung des Kurs 1 unterzeichnet und es werden stündlich mehr", berichtete BI-Sprecherin Monika Heinrich. Heute Nachmittag um 16 Uhr sollen diese in der Landesdirektion übergeben werden. Wie berichtet, endet zeitgleich die Abgabefrist für Stellungnahmen zum Schiffbarkeitsverfahren.
"Nach unseren Informationen sind Umweltverbände, aber auch Markkleeberger Stadträte vor Ort", so Heinrich. In einem Offenen Brief hatte die BI die Abgeordneten ebenso wie Mitglieder des Landtages zum Protest aufgerufen. "Unsere Seen und erst recht das Rinnsal Floßgraben vertragen keine wirtschaftlich bedeutende Zahl von Motorbooten. Wir halten die Entwicklung für über- zogen und schädlich für das touristische Gesamtkonzept", heißt es darin. Ganz anders die Landesdirektion, die mit der Deklaration als Wasserstraße "verlässliche Bedingungen für Investoren sowie klare Regeln für Wassersportler" schaffen und damit die "Attraktivität des Neuseenlandes" erhöhen will.
"Die Stadt Leipzig wird in ihrer Stellungnahme Einschränkungen für den Floßgraben fordern", sagte Rosenthal. Dies gehe aber nicht so weit, Motorboote völlig auszuschließen. Genau das fordert Markkleeberg. In der heutigen Stadtratssitzung soll eine entsprechende Erklärung beschlossen werden. "Aus meiner Sicht ist das unrealistisch", meinte Rosenthal. Allerdings rückte er, was die Kapazität der potenziellen Schifffahrtsstraße anbelangt, einiges klar. "Anhand von Verträglichkeitsuntersuchungen gehen wir von maximal 18 Booten pro Stunde aus. Mehr sind allein aufgrund der Schleusen nicht möglich", so Rosenthal. Ebenso würde die Geschwindigkeit durch Verordnungen auf fünf bis zehn Stundenkilometer begrenzt.
"Wir werden das Verfahren nicht durchprügeln. Dazu gibt es keinen Grund", betonte auf Anfrage Heinz Kolb, Sachgebietsleiter Oberflächenwasser in der Landesdirektion. Man arbeite prinzipiell ergebnisoffen. Ulrike Witt

 

Markkleeberg bremst Motorschiffe aus

Stadtrat verabschiedet morgen Stellungnahme / Kurs 1 soll Leipzig-Boot und Paddlern vorbehalten bleiben

Markkleeberg. Die Stadt Markkleeberg lehnt das derzeit bei der Landesdirektion laufende Schiffbarkeitsverfahren für den Kurs 1 der künftigen Gewässerverbindung zwischen Leipziger Stadthafen und Cospudener See ab. Eine entsprechende Erklärung wird Oberbürgermeister Bernd Klose (SPD) morgen ab 17.30 Uhr in der öffentlichen Stadtratssitzung verlesen.
"Die Schiffbarkeitserklärung sollte auf die Fahrgastschifffahrt und hier auf Boote mit den technischen Parametern des Leipzig-Bootes beschränkt werden. Ein motorangetriebener Sportbootverkehr hat zu unterbleiben", so steht es in der dreiseitigen Stellungnahme, die bislang nur den 26 Stadträten vorliegt. Spätestens morgen hätte die auch bei der Landesdirektion (LD) eingehen müssen. Dann läuft die Frist ab, in der sich Anrainer, Betreiber und Verbände schriftlich zum Verfahren äußern können. Doch laut LD-Sprecher Stefan Barton hat Markkleeberg um eine Fristverlängerung gebeten.
Wie berichtet, hatte die Landesdirektion das erste Verfahren zur Schiffbarkeit am 26. April mit einer Anhörungskonferenz eröffnet. Unter den 60 Gästen waren neben Naturschutzverbänden, dem Oberbergamt, der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) auch Vertreter Markkleebergs. Rathauschef Klose wurde wie allen Beteiligten ein Entwurf zur Schiffbarkeit übergeben. Darin findet sich unter anderem die Gliederung des Kurses 1 in zwölf Abschnitte. Fünf davon - Teile des Floßgrabens, der Ablauf Waldbad Lauer, das Waldbad Lauer, der Ablauf Cospudener See und Areale des Cospudener Sees liegen innerhalb der Markkleeberger Gemarkungsgrenzen, zwei - 780 Meter Floßgraben und das 450 Meter lange Waldbad Lauer - als so genannte Gewässer zweiter Ordnung allein in Verantwortung der Kommune. Und genau das macht Markkleeberg plötzlich schwer zu schaffen.
"Der Entwurf sieht vor, den Kurs für die Fahrgastschifffahrt sowie den motorangetriebenen Sportbootverkehr uneingeschränkt freizugeben. Wir werden als Unterhaltungspflichtige dadurch erheblich belastet, weil wir die Befahrbarkeit sicherstellen müssen", heißt es in der Erklärung. So gewährleiste der kurvenreiche Floßgraben bei einer mittleren Breite von sechs Metern und einer durchschnittlichen Tiefe von 60 Zentimetern zwar die gefährdungsfreie Nutzung durch muskelbetriebene Boote, ein gefahrloser Begegnungsverkehr von Motorbooten beziehungsweise Fahrgastschiffen sei aber nicht möglich. Nach Aussage von Heinz Kolb, Sachgebietsleiter Oberflächenwasser in der Landesdirektion, wollte Markkleeberg eine solche "Begegnungsstelle" im Zuge der kürzlich durchgeführten und von Umweltgruppen heftig kritisierten Unterhaltungsmaßnahme einrichten. "Der Antrag wurde mit Verweis auf einen Ausbau und das notwendige Planfeststellungsverfahren abgelehnt", betont Kolb.
Doch den Ausbau hält Klose scheinbar weiter für unabdingbar: "Der zu erwartende Verkehr würde in kurzer Zeit durch Wellenschlag zu Uferabbruch und damit zu einer Verschlammung des Floßgrabens führen." Außerdem seien die Kapazitätsgrenzen für das Waldbad Lauer und den Cospudener See längst erschöpft. Mehr Motorboote - laut Unterer Wasserbehörde in Borna gibt es aktuell 81 Genehmigungen für Verbrennungsmotoren auf der Markkleeberger Seite des Cospudener Sees - minderten vielmehr die touristische Anziehungskraft.
Markkleeberg will nun als "förmlich Beteiligte am Schiffbarkeitsverfahren" behandelt werden. Mit der Teilnahme an der Anhörungskonferenz und der Abgabe einer Stellungnahme sieht die Landesdirektion dies aber bereits gegeben. Denn es handle es sich nicht um ein Planfeststellungsverfahren mit Antragsteller und genehmigender Behörde. "Das Schiffbarkeitsverfahren erfolgt von Amts wegen, das heißt ohne Antrag oder sonstige verfahrenseinleitende Maßnahme kraft der Befugnisse als Vertreter des Freistaates", so Kolb.
In Leipzig war der Hintergrund der Fristverschiebung gestern Nachmittag übrigens noch nicht bekannt. Dass sich ausgerechnet Klose, als Vorsitzender des Kommunalen Forums Südraum Leipzig und Mitglied der Steuerungsgruppe Gewässerverbund, jetzt gegen das Schiffbarkeitsverfahren ausspricht, stößt sicher nicht nur in der Landesdirektion auf Verwunderung. Immerhin rund 1,5 Milliarden Euro sind bislang allein an öffentlichen Mitteln in die Seenlandschaft geflossen, hinzu kommen etwa 250 Millionen private Gelder. Ulrike Witt

 

Naturschützer contra Motorboote

Kritik am Genehmigungsverfahren für neuen Wasserweg

Der Naturschutzbund Sachsen (Nabu) kritisiert das Genehmigungsverfahren, mit dem entschieden wird, ob der Wasserweg vom künftigen Leipziger Stadthafen über den Elstermühlgraben, die Pleiße und den Floßgraben zum Cospudener See für die Fahrgastschifffahrt und den motorangetriebenen Sportbootverkehr freigegeben wird.
"Wir halten das jetzt laufende Genehmigungsverfahren für rechtlich bedenklich, da die Landesdirektion sowohl der Antragsteller für das Verfahren als auch die verfahrensführende Behörde ist, also über die Zulässigkeit ihres eigenen Antrages entscheiden würde", erklärte Bernd Heinitz, Vorsitzender des Nabu Sachsen. Aus Sicht des Artenschutzes und im Hinblick auf Naherholung sei das Vorhaben "verantwortungslos".
Eine Freigabe wäre inakzeptable, zumal befürchtet werden müsse, dass sie nur ein erster Schritt sei, um schließlich die gesamte Seenlandschaft für den Motorbootverkehr zu erschließen. Diese würde dann von Wasserwanderern, Individualtouristen, Naturliebhabern und anderen Erholungsuchenden zunehmend gemieden. "Anderswo, so im Fränkischen Seenverbund, sind Motorboote auf den betroffenen Gewässern vom Bootsverkehr ausgeschlossen. Dort hat sich das Verbot für die strukturschwache Region als Volltreffer erwiesen; der Tourismus befindet sich im Aufwind. Daran sollte sich die Landesdirektion orientieren, anstatt ein kostbares und in Europa einzigartiges Auengebiet ohne zwingende Gründe weiter zu schädigen."
In der Landesdirektion heißt es, das Genehmigungsverfahren werde rechtskonform und ergebnisoffen durchgeführt. "Auch der Naturschutzbund hat die Möglichkeit, im Rahmen des Verfahrens seine Meinung zu äußern", erklärte Behörden-Sprecher Stefan Barton. Die Landesdirektion sei nach dem sächsischen Wassergesetz für das Verfahren zuständig; dessen Paragraf 36 lege aber gleichzeitig fest, dass eine Entscheidung nur im Einvernehmen mit dem sächsischen Innenministerium und dem sächsischen Wirtschaftsministerium getroffen werden könne.
Deshalb seien die Befürchtungen des Naturschutzbundes "hypothetische Äußerungen, die momentan durch nichts belegbar sind", betonte Barton. "Das Verfahren könnte am Ende auch ganz anders ausgehen."
Es gebe allerdings ein gewässer-touristisches Nutzungskonzept, das acht Kurse vorsieht, auf denen Bootsverkehr stattfinden könnte. In die Erschließung der Seenlandschaft im Süden Leipzigs seien nicht wenige öffentliche Mittel geflossen, wodurch die Erwartungen der Öffentlichkeit an eine wassertouristische Nutzung gestiegen seien, sagt Sprecher Barton. Wie diese aussehen werde - ob motorgetrieben oder nicht - bleibe jedoch abzuwarten.
Andreas Tappert

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Kommentare

avatar früehling
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Klasse! Hier sollten ALLE mitmachen! Helft uns!
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avatar E.Strauß
+2
 
 
wenn das echt geschieht haben alle leipziger wassersport vereine (kanurennsport, rudern und kanuslalom) ein echtes problem!!!!!
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avatar pünktchen
+1
 
 
vielleicht geht auch ein Miteinander, wir sollten doch realistisch sein und nicht glauben, dass unsere Stadt dem Wassersport die Freiheit lässt dass Wasser in und um Leipzig allein nutzen zu dürfen. Kompromisslösungen müssen her, lieber heute darüber nachdenken und Vorschläge machen als sich wieder völlig quer zu stellen.
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avatar Canadier
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Ich verstehe die ganzen Diskussionen nicht?! Ihr als Verein lebt doch wie viele andere Vereine in und um Leipzig auch von Zuschüßen seitens der Stadt ob nun direkt oder über den SSB bzw. LSB. Eine Schiffbarkeitsm achung bringt Touristen, Touristen = Geld, Geld = Stadt und Stadt veteilt Geld u.a. auch an euch!
Wißt ihr eigentlich wie es anderen Vereinen geht? Sollen jetzt zum Beispiel die Radsportler darauf drängen, dass die vorhandenen Straßen nicht mehr für den Autoverkehr zugänglich sein sollten? Weil es doch ihre Trainingsstreck en sind? Sollen Fußballer jetzt alle Wiesen der Stadt in beschlagnehmen und die Fußgänger und Hunde aussperren nur weil sie dort schon immer trainieren? Diese Liste kann man unendlich weiterspinnen.
Andere Sportarten haben gar keine Trainingsrevier e und müssen sich mit dem was sie haben zufrieden geben und das geht auch!
Warum also keinen Kompromiß schließen, denn schließlich bringt eine Schiffbarkeitsm achung auch das Wasserwege- und Wasserverkehrsr echt mit und das wiederum regelt doch die Verhaltensweise n auf dem Wasser.
Somit dürften sich doch auch die Probleme in Grenzen halten. Oder hat der Kanusport Angst davor, dass er "nur" rechts fahren darf? (Im Übrigen die Radsportler auch) und nicht mehr wild über "seine" Gewässer düsen kann.
Sucht einen Kompromiß und jammert nicht immer nur rum.
Bisher ging es auch miteinander auch mit den Bootsverleihern.

In diesem Sinne
weiter so
ein ehemaliger SG LVBer Canadier
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avatar Cali
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Dies erscheint auf den ersten Blick logisch. Jedoch ist auch hier von schwindender Lebens- und Wohnqualität die Rede. Touristen kommen auch so in die Stadt. Und ob Motorbootfahrer viel Geld in der Stadt lassen, steht auf einem anderen Blatt. Und zum Thema Trainingsrevier e hinken die Beispiele schon: Haben Fußballer keine exklusiven Fußballplätze? Haben Schwimmer keine Schwimmhallenze iten? Haben Radsportler keine Rennbahnen (bei Straßenrennern natürlich nicht)? Es geht nicht ums Jammern, sondern die Entscheidungsträger darüber zu informieren, was diejenigen denken, die von diesen Entscheidungen betroffen sind. Schließlich möchten alle erfolgreiche Sportler aller Wassersportler in Leipzig. Und noch mal: Es geht nicht um ein paar Verleihboote, sondern um privaten Motorbootverkeh r.
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